Starkes 2010 für die Verpackungswirtschaft

Nachdem die Verpackungswirtschaft vom allgemeinen Einbruch im Vorjahr nicht verschont blieb, hat sie sich im 2010 kräftig erholt. Die in der Statistik des Schweizerischen Verpackungsinstitutes SVI erfassten rund 240 Betriebe erzielten mit über 19'000 Mitarbeitern einen Umsatz von gut 6,7 Mrd. CHF. Das entspricht einem Zuwachs von 7.5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Aufschwung umfasst praktisch die ganze Branche. Am stärksten wuchsen die Packstoff-Bereiche Kunststoff, Holz, Stahlblech und Wellkarton sowie die Verpackungsmaschinen-Industrie.

Dank starker Verankerung in den konsumnahen Bereichen wie Lebensmittel und Pharma hat sich die Schweizer Verpackungsindustrie im Einklang mit dem positiven Konjunkturverlauf im 2010 kräftig erholt und das schwache Vorjahr hinter sich gelassen. Übers Ganze gesehen haben sich die Umsätze um 470 Mio. Fr. oder 7,5% Prozent auf neu 6,714 Mia. Fr. erhöht. Dabei konnten die meisten Packstoffe vom Aufschwung und höheren Absatzzahlen profitieren. Allerdings wurde das Vorkrisenniveau (08) einzig bei den Kunststoffverpackungen überschritten, womit dieser Bereich mit einem Wachstum von 10% seine Dominanz weiter festigte. Es folgt mit einem Umsatz von 933 Mio. Fr. (+9,5%) die Verpackungsmaschinenindustrie, welche international eine starke Stellung einnimmt. Karton und Wellkarton erreichten zusammen einen Umsatzwert von beachtlichen 1,2 Mia. Fr. Dahinter folgen Holz‐ und Aluminiumverpackungen sowie Stahlblech und Glas. Einzig bei den Kartonverpackungen war ein leichter Rückgang von 1.8 % zu verzeichnen. Die Anzahl der erfassten Betriebe (238) blieb stabil, doch hat sich die Beschäftigung erfreulicherweise erneut etwas verbessert (+1%). Insgesamt zählt die Verpackungsindustrie der Schweiz nun 19'138 Mitarbeitende.

Beim Euro drückt der Schuh am meisten
Bei aller Freude über das erfolgreiche Jahr der Schweizer Verpackungsindustrie geben die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen jedoch Anlass zur Sorge. Im Vordergrund ist die aktuell äusserst schwierige Währungssituation und der Trend zu steigenden Energiepreisen zu nennen. Die Entwicklung der Strompreise gibt Anlass zur Sorge und erzeugt eine erhebliche Verunsicherung. Namentlich der kritische Wechselkurs Franken/Euro und Franken/Dollar hat derzeit äusserst negative Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes. Dazu kommt ein zunehmender Fachkräftemangel, Schwierigkeiten bei der Besetzung von Lehrstellen sowie Unsicherheiten in der Beschaffung der Rohstoffe. Der steigende Kostendruck, insbesondere durch Energie‐ und Rohstoffpreise, gibt der Branche zu schaffen.

Wichtigster Absatzträger: Konsumbereich
Die Schweizer Abnehmermärkte liegen mit rund 70% im Konsumbereich, der Nahrungsmittel, Getränke und weitere Konsumgüter umfasst. Die restlichen 30% entfallen auf den Industriesektor. Die abpackenden Pharma‐, Getränke‐ und Nahrungsmittelproduzenten zählen zu den wichtigsten Kunden, wobei der Pharmamarkt bisher überdurchschnittlich gewachsen ist. Die Stärken liegen nach wie vor in der Innovation, der Flexibilität, im Mehrwert durch Qualität und Service, in der Schutzfunktion (Convenience) sowie zunehmend in der Recyclingtauglichkeit der Verpackung. Diese Herausforderungen werden ständig angepasst und optimiert.

Quelle:
Schweizerisches Verpackungsinstitut
3000 Bern